Jeder fing mal klein an …

Wie jeder Schüler der 9. Klasse in der Realschule musste auch ich mir die Frage stellen, welchen Beruf ich nach meinem Schulabschluss ausüben möchte. Doch wer weiß das in dem Alter schon so genau? Anscheinend wusste ich hingegen vieler meiner Mitschüler genau, was ich werden wollte. Ein ziemlich verlockender Beruf war für mich der des Mediengestalters, da ich gerne kreativ war und am Computer schon die ein oder andere Bildbearbeitung oder grafische Verschönerung erstellt hatte. Die ausgeschriebenen Ausbildungsstellen in dem Bereich hatten allerdings allesamt sehr hohe Anforderungen, denen ich wohl nicht gerecht werden konnte. Nach einigen erfolglosen Bewerbungen entschied ich mich also dazu, es doch eher im Kaufmännischen zu versuchen. Nach ebenso zahlreichen Bewerbungen stand dann also fest: Ich werde Bürokauffrau! Nach meiner 2,5-jährigen Ausbildung und einem sehr guten Abschluss wurde mir allerdings klar: Das ist nicht der Beruf, den ich mein Leben lang ausüben möchte. Ich hatte das Gefühl, jetzt schon das Höchstmögliche in diesem Berufsbild erreicht zu haben. Es gab keine Aufstiegschancen oder Weiterbildungsmöglichkeiten in der damaligen Firma für mich. Da fiel mir ein, dass ich mich damals für eine Ausbildung als Mediengestalterin beworben habe. Warum also nicht noch eine zweite Ausbildung dranhängen? Später hätte ich sicherlich keine Lust mehr gehabt, mich noch einmal auf die Schulbank zu setzen. Kurzerhand bewarb ich mich also für einen Ausbildungsplatz. Die Anforderungen waren diesmal genauso hoch wie damals, weshalb die Suche auch nicht ganz einfach war. Da wo ich es am wenigsten erwartet hatte, bekam ich dann letztendlich die Lehrstelle: Eine kleine Werbeagentur in meinem Heimatort, die eigentlich eine ausgelernte Mediengestalterin suchte. Doch ich brachte sie mit meinem Engagement und meiner kreativen Ader dazu, einen Auszubildenden – also mich – einzustellen. Ich war überglücklich! Die Ausbildung an sich war allerdings alles andere als einfach. Mit der Zeit verstand ich, warum die Anforderungen an Mediengestalter-Azubis so hoch waren. Denn es wird einem schon einiges abverlangt und ohne lernen kommt man in dieser Lehre nicht weit. Kreatives und technisches Denken sind ein Muss, eine schnelle Auffassungsgabe auf jeden Fall hilfreich. So vergingen weitere 2,5 Jahre und ich spürte, dass dieser Beruf genau das ist, was ich bis ins Rentenalter machen möchte. Nach meinem ebenso erfolgreichen Ausbildungsabschluss wechselte ich in die Marketingabteilung eines mittelständischen Familienunternehmens, bei dem ich bis heute angestellt bin. Hier fallen alle möglichen kreativen Aufgaben an, die mir sehr viel Spaß machen und die ich flexibel und ohne Zeitdruck abarbeiten kann.

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