Angestellte, Selbstständige – und Mutter?

Ich war rundum zufrieden, wie es mit meiner kleinen „Werbeagentur“ lief. Ich hatte alle Hände voll zu tun, es kamen mehr und mehr Stammkunden hinzu, und ich hatte nach wie vor Spaß an meiner Arbeit. Nachdem ich meinen Mann im Mai 2016 geheiratet hatte, wurde unser Kinderwunsch immer größer und wir beschlossen schon bald, dass nun der richtige Zeitpunkt für ein Kind wäre. Im Januar 2017 hielt ich schließlich einen positiven Schwangerschaftstest in der Hand – und platzte schier vor Freude. Privat lief es wie im Bilderbuch – zusammen gekommen, zusammen gezogen, verlobt, geheiratet und schließlich schwanger. Wir waren so glücklich!

Doch mit der Schwangerschaft stellte sich auch ein gewisser Erschöpfungszustand ein – ich war soooo müde! Das war zwar gott sei Dank auch das einzigste Übel – sonst ging es mir wirklich gut. Doch für mein Nebengewerbe hieß das: einen Gang zurückschalten. So einfach, wie mir sonst die Grafiken von der Hand gingen, war es plötzlich nicht mehr. Die Arbeiten dauerten länger und so bekamen auch meine Kunden ihre Entwürfe meist einige Zeit verspätet. Viele waren das nicht gewohnt, da ich sonst immer pünktlich abgeliefert hatte. Das schürte meine Angst, ich könnte durch diesen Umstand ein paar meiner Stammkunden verlieren.

Und überhaupt – wie wird das werden: Angestellte, Selbstständige und Mutter zu sein? Funktioniert das überhaupt? Eigentlich wollte ich mein Nebengewerbe ja weiter ausbauen und am Ball bleiben – daraus wird nun wohl erstmal nichts werden. Ich machte mir viele Gedanken über meine berufliche Zukunft. Ich freute mich so sehr auf mein Baby, aber da war trotzdem immer diese Ungewissheit, ob ich das wohl alles schaffen würde. Denn bis dato war mein Nebengewerbe „mein Baby“…

Die Schwangerschaft schritt voran und ich hatte – dem Himmel sei Dank – keinen meiner Kunden verloren. Ganz im Gegenteil: Es störte keinen von Ihnen, dass ich jetzt mit allem etwas länger brauchte und sie vergaben trotzdem fleißig Aufträge an mich. Anfang August 2017 endete dann schließlich vorerst meine Zeit als Angestellte – dank Resturlaub und Mutterschutz. Die Zeit zuhause konnte ich noch nutzen, um restliche Aufträge abzuarbeiten und abzuschließen, sodass ich mich dann ganz auf das Baby konzentrieren kann. Meine Bedenken hatten sich aber nicht geändert – wie wird sich mein Nebengewerbe entwickeln, wenn ich erstmal Mutter bin? Viele Frauen, die bereits Mutter sind, trösteten mich mit den Worten „Am Anfang schläft das Baby sowieso die meiste Zeit, dann kannst du die freie Zeit ja bestimmt für dein Gewerbe nutzen.“. Das stimmte mich positiv und ich war mir sicher, dass ich das schon schaffe.

Und dann kam Louis …

Veröffentlicht in: Allgemein mit den Schlagworten: ,,,,,.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.